hans-christian oeser
   
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Foto: Anita Schiffer-Fuchs
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


 

„Nationalliteratur will jetzt nicht viel sagen, die Epoche der Weltliteratur ist an der Zeit, und jeder muß dazu wirken, diese Epoche zu beschleunigen“
Johann Wolfgang von Goethe (1827)

„An die Stelle der alten lokalen und nationalen Selbstgenügsamkeit und Abgeschlossenheit tritt ein allseitiger Verkehr, eine allseitige Abhängigkeit der Nationen voneinander. Und wie in der materiellen, so auch in der geistigen Produktion. Die geistigen Erzeugnisse der einzelnen Nationen werden Gemeingut. Die nationale Einseitigkeit und Beschränktheit wird mehr und mehr unmöglich, und aus den vielen nationalen und lokalen Literaturen bildet sich eine Weltliteratur.“
Karl Marx, Friedrich Engels: Manifest der Kommunistischen Partei (1848)

„Der Autor schafft mit seiner Sprache nationale Literatur, die Weltliteratur wird von Übersetzern gemacht.“
José Saramago, portugiesischer Romancier und Literaturnobelpreisträger

„Und so ist jeder Übersetzer anzusehen, daß er sich als Vermittler dieses allgemein geistigen Handels bemüht, und den Wechseltausch zu befördern sich zum Geschäft macht. Denn, was man auch von der Unzulänglichkeit des Übersetzens sagen mag, so ist und bleibt es doch eins der wichtigsten und würdigsten Geschäfte in dem allgemeinen Weltwesen.“
Johann Wolfgang von Goethe


„Dem (...) Fremden entgegenzustellen ist die Figur des Übersetzers, der die Erfahrung von Liminalität und kultureller Hybridität aushalten und die verzeichneten Brüche und Interferenzen von kulturellen Mustern zu einem neuen Ganzen zusammenfügen kann. Als 'Grenzgänger' zwischen Sprach- und Kulturfeldern vermittelt er nicht nur zwischen 'Fremdem' und 'Eigenem', indem er durch die geschaffene Äquivalenz des Nicht-Identischen kulturelle Unterschiede kenntlich macht. Vielmehr gründet er seine eigene Existenz auf die schöpferische Ausfüllung jenes 'Dazwischen', auf jenen in der Überlappung von Kulturfeldern geschaffenen imaginären 'Dritten Raum', der ihm die Verortung seiner transkulturellen Identität gestattet.“
Claus-Dieter Krohn u. a. (Hrsg.): Exilforschung. Ein internationales Jahrbuch, Bd. 25 / 2007. Übersetzung als transkultureller Prozess (2007)

„Mein Plädoyer läuft also zuletzt auf den Übersetzer als Autor im emphatischen Sinne des Begriffs hinaus, auf seine Verabschiedung aus einer bloß dienenden Funktion und auf die Anerkennung der Übersetzung als eines eigenen authentischen Werks, das zu dem Anreger-Werk in einer Beziehung der Ähnlichkeit steht, dessen Qualität sich aber nicht darin erweist, daß es eine möglichst vollkommene Kopie (imitatio) in der Zielsprache erreicht, sondern daß es als authentisches Gebilde die ästhetischen Bedürfnisse seines neuen Publikums erfüllt und in diesem Sinne das Original überbietet.“
Gert Ueding (2005)

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