Brendan
Behan: Das gleiche noch mal. Ein Romanfragment und 14 Streiflichter. Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser. Hamburg: Edition Nautilus, 1996.
„After the Wake“ heißt der Auswahlband, dem die deutsche Übersetzung von Hans-Christian Oeser folgt (mit ihren ebenso notwendigen wie dankenswerten Aufschlüsselungen der vielen gälischen Wendungen, die den Text durchziehen). Und „After the Wake“ ist natürlich der viel aufschlußreichere Titel, weil er die heikle Situation des Autors, zumal des Prosaschreibers Brendan Behan, belegt. Denn in aller Bedeutungsvielfalt erinnert er zuerst an „Finnegans Wake“, evoziert Joyce, beschwört eine Stadt, die zur exemplarischen literarischen Landschaft unseres Jahrhunderts geworden ist. „After the Wake“ – das heißt, daß einer sich die von Bloom und Finnegan babylonisierte Stadt bruchstückweise wieder zusammensetzt, aus der Allegorie in den Alltag zurückfordert, in kurzen Szenen, pointierten Erinnerungen, kauzigen Portraits.
(Dieter Hildebrandt, Die Zeit, 49/1996)
|