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Christopher Nolan: Unter dem Auge der Uhr. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 1989
Nolan reißt dann seine Sprache hoch in visionäre Bildwelten, jongliert gleichzeitig auf mehreren Bedeutungsebenen und versucht, Sinngehalte und Vorstellungen über die semantische Konvention hinaus zu schaffen, was ihm bei der englischen und irischen Kritik den Vergleich mit seinem Landsmann Joyce einbrachte.
Das alles kann man allerdings nur erfahren, wenn man die englische Ausgabe von 'Unter dem Auge der Uhr' liest. Nolans deutscher Verlag präsentiert das Buch in einer Übersetzung, die nicht nur an komplizierten Stellen, sondern schon bei simpelsten Basis-Sätzen versagt. (...) dabei hat, wenn man den Umbruch von 'Unter dem Auge der Uhr' mit dem fertigen Buch vergleicht, das Lektorat sich immerhin noch nach Kräften bemüht, einige der schlimmsten Fehler zu korrigieren und die Übersetzung wenigstens in ein weitgehend grammatikalisch stimmiges Deutsch zu bringen. (...)
Nolans Roman lebt von seiner Sprache, den Wortbildern, die in der Übersetzung häufig zu Stilblüten verkommen - und so wird man diesen jungen irischen Schriftsteller hierzulande leider nicht kennenlernen, wenn man nur die deutsche Ausgabe seines Buches liest.
(Barbara von Becker, Die Zeit, 23. Juni 1989)
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