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Irische Short Stories des 20. Jahrhunderts. Herausgegeben von Hans-Christian Oeser. Stuttgart: Reclam, 1999.
Aber inzwischen gibt's ja versierte Übersetzer irischer Literatur, darunter der vielbeschäftigte Hans-Christian Oeser; und jetzt gibt's eine neue Reclam-Anthologie, herausgegeben von Oeser. Dieser Band stellt alles in den Schatten, was es an Vergleichbarem gibt. Zwischen der kundigen Einleitung Oesers und den erschöpfenden biographischen und bibliographischen Hinweisen am Schluß werden 33 Stories von 33 Autoren und Autorinnen präsentiert, deren Bandbreite altersmäßig von Joyce bis Sarah Berkeley, alphabetisch von Beckett bis William Trevor, stilistisch von Elizabeth Bowens altmodischer Eleganz bis zu Bridget O'Connors schrillem Stakkato reichen. Knapp die Hälfte der Texte erscheint erstmals deutsch - aber keine Bange, Oeser ist kein Monopolist wie Schnack: er hat auch seine Kollegen Jürgen Schneider und Michael Krieger rangelassen. Die größte Stärke dieses Bandes ist die Vielfalt.
(irland journal XI, 1)
Bereits der Reichtum an Literatur von Weltgeltung in einem so kleinen Land wie Irland ist erstaunlich, aber erst recht dessen Vorliebe für die Kurzgeschichte. Hans-Christian Oesers Buch zieht eine Bilanz der irischen Short-Story-Produktion des 20. Jahrhunderts. Es enthält repräsentative Beispielen aus Kurzgeschichten von 33 Autoren, ergänzt durch deren Kurzbiographien. Thematisch bietet sich ein breitgefächertes Spektrum: Realistische Schilderungen mischen sich mit phantastischen Erfahrungen, intime Gefühle mit politischen und sozialen Spannungen. Auf unterschiedliche Weise setzen sich die hier vereinigten Kurzprosatexte mit der komplexen zeitgenössischen irischen Wirklichkeit, jenem explosiven Gemisch aus Politik, Religion und Moral, auseinander. In den vielfältigen Situationen, die sie in unterschiedlichstem Stil, aber mit derselben leidenschaftlichen Wahrhaftigkeit schildern, werden die Schriftsteller zu Kritikern des nationalen Paradigmas. Gemeinsam zeichnen sie ein Panorama Irlands. Vieles wird beim Lesen als “typisch irisch” empfunden, worin auch der Reiz dieser unverwechselbaren Texte liegt.
(SWOL schmökert)
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